Frikadellen ohne Fleisch – Geht das?!

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Hallo meine lieben Genussfreunde,

heute habe ich eine vegetarische Alternative zu Frikadellen für euch im Gepäck.

Seit etwa 3 1/2 Jahren essen Schatzi und ich nun kein Fleisch mehr. Als Vegetarier bezeichnen wir uns trotzdem nicht. Denn wir essen weiterhin Gummibärchen und Co (mit tierischer Gelantine) und auch Fisch steht regelmäßig auf dem Speisenplan. Wir haben also lediglich das Fleisch aus unserer Küche gestrichen. Warum?! Ganz einfach: Schatzi leidet an Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis. Beides in einer sehr schweren Form, sodass zu den schlimmsten Zeiten Laufen oder gar Kopfbewegungen dazu geführt haben, dass die Haut sofort gerissen ist. Lange haben wir nach einer Behandlungsform gesucht. Glücklicherweise auch im letzten Jahr gefunden. Es geht also wieder bergauf.

Wir haben also alles durchgetestet, was es so auf dem Markt gibt. Cremes, Tabletten und eben auch Ernährungsformen. Während einer Auschlussdiät stellte sich heraus, dass es Schatzi viel besser geht, wenn er eben kein Fleisch mehr ist. Also wollte er von nun an weniger bzw. gar kein Fleisch mehr essen. Gar nicht so einfach, da gefühlt jeden Tag Fleisch auf dem Tisch stand. Ich entschied mich, aus Solidarität und Liebe, mit Ihm auf Fleisch zu verzichten. Die ersten zwei Wochen waren echt hart. Denn, was koche ich überhaupt, wenn es kein Fleisch gibt? Und zugegeben, gefehlt hat es mir auch. Aber nach zwei Wochen hatte sich alles eingespielt und der Hunger auf Fleisch war verflogen. Es stellten sich die ersten Lieblingsrezepte ein und das Kochen wurde immer Kreativer und irgendwie auch ein Stück bewusster. Kurz vor Weihnachten dann, stellte sich die Frage, ob wir wieder Fleisch essen, zu besonderen Anlässen. Doch wir entschieden uns dagegen.

Für Schatzi ist es heute noch so, dass er nur aus dem Grund, dass es ihm damit besser geht, kein Fleisch ist. Bei mir ist aus Solidarität und Liebe mehr geworden. Für mich ist es mittlerweile ein ethischer Grund auf Fleisch zu verzichten. Das in Südamerika immer mehr Urwald abgeholzt wird und somit den Tieren der Lebensraum genommen wird ist schon schrecklich genug. Aber das zusätzlich dazu, auch noch kleine Bauern von den großen Konzernen zwangsenteignet werden, damit die Mächtigen noch mehr Soja anbauen können und noch reicher werden… Ohne Worte. Und wir hier in Europa kaufen auch noch das Soja, um damit unser Vieh zu mästen. Nein danke!

Auch wenn wir kein Fleisch mehr essen überkommt auch uns das ein oder andere Mal der Heißhunger auf etwas fettiges und ungesundes. Burger! Das war der Anlass für mich, eine vegetarische Frikadelle zu kreieren. Gar nicht so einfach, das richtige zu finden. Ich habe fertige Mischungen probiert, Haferflocken, Hirse… Alles war irgendwie nicht so unser Geschmack. Aber aufgeben wollte ich noch nicht. Ein letzter Versuch sollte noch her. Wie wäre es mit Reis? Wir lieben Reis, haben ihn immer zuhause. Warum nicht? Aber wie bekomme ich es hin, dass ich aus Reis schmackhafte „Frikadellen“ formen kann, die nicht auseinander fallen? Ei, Paniermehl, Käse und ganz viele Gewürze und Kräuter waren der Schlüssel zum Erfolg! Mittlerweile werden die Reis-Frikadellen nicht nur für Burger verwendet, sondern auch so als Snack oder zum Kartoffelpüree gegessen. Einfach lecker! Und eine tolle Alternative zu den Fertigmischungen aus den Supermärkten.

Ihr seid nun auch auf den Geschmack gekommen und möchtet gerne wissen, wie ich sie herstelle? Dann kommt nun das Rezept für euch. Viel Spaß beim nachbraten und guten Appetit!

Bei diesem Rezept gibt es keine genauen Mengenangaben, da ich die Reis-Frikadellen immer nach Gefühl mache. Aber ich versuche euch eine ungefähre Zutatenliste mit Mengenangaben zu geben.

Eure Genussfreundin

 

Reis-Frikadellen

Zutaten:

200g Reis (am besten schon vom Vortag)
150g geriebenen Käse
1-2 Möhren
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 kleine Zwiebel
1-2 Eier
Paniermehl
Salz, Pfeffer, Paprika
Kräuter
Zubereitung:
Als erstes kocht Ihr den Reis. Am besten aber schon am Vortag, damit er auch nicht mehr warm 
ist. (Bei uns gibt es dann immer Fisch mit Reis und am nächsten Tag die Frikadellen.) Gebt 
nun den kalten Reis in eine große Schüssel.
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Schält die Möhren und raspelt sie. Auch die Frühlingszwiebeln und die normale Zwiebel müssen 
in sehr kleine Stücke geschnitten werden. Gebt nun das Gemüse und den Käse zum Reis dazu. 
Schlagt ein Ei in die Masse und vermengt alles miteinander. Ist die Masse noch nicht feucht 
genug dann gebt das zweite Ei hinzu und vermengt wieder alles miteinander. Damit ihr auch 
Geschmack an eure Frikadellen bekommt müsst ihr das Ganze nun richtig kräftig würzen. 
Keine Angst, da geht einiges! Also fleißig Salz, Pfeffer, Paprika und Kräuter nach Wahl 
hinzugeben.
Zum Schluss gebt ihr noch das Paniermehl hinzu, damit auch alles gut bindet. Die Masse darf 
nicht mehr feucht sein und muss sich gut formen lassen und auch in Form bleiben. Jetzt formt 
ihr also kleine Frikadellen (1-2 EL Masse) und paniert sie. 
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Nun gebt ihr sie in die heiße Pfanne und bratet sie von beiden Seiten gold-gelb an. 
Etwa 4-5 Minuten von jeder Seite.
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Fertig sind eure Frikadellen. Die schmecken warm genauso gut wie kalt.
Guten Appetit!
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